Sinnlos abgesuchtet 2015!

Facebooktwitterpinterestlinkedin

Du bist ein Zombie geworden!

Ohne das du es gemerkt hast, bist du Schritt für Schritt zu einem wandelnden Untoten geworden.

Dein Gesicht versteinert, wenn dich ein Fremder anschaut. In der Regel meidest du Blickkontakt und murmelst nur noch vor dich hin.

Früher war alles besser! Ich erinnere mich an eine Zeit, da bin ich jeden Tag nach der Schule zu meinem Nachbar rübergegangen. Ohne vorher zu schauen, ob er „online“ ist. Ohne vorher zu überlegen, was ich schreibe. Ohne den richtigen Smily auszuwählen. Ich habe meinen Schulranzen in die Ecke geknallt, meinen Fußball geschnappt und bin rüber gegangen. Ich habe einfach geklingelt.

Das klingt wie ein richtiges Abenteuer, oder?

Mit den Jahren ist die Welt irgendwie zäher geworden. Ich gehöre zu 62 Facebookgruppen und 12 Whats-App Chats und trotzdem fühlt sich die Welt einsamer und kälter an.

Ich glaube uns ist noch gar nicht wirklich bewusst, was da gerade mit uns passiert. Dieser ganze Cyberspace füllt eine Lücke in uns. Da wo manchmal Zweifel, Unsicherheit und Einsamkeit wohnen, wird jetzt Elektrosmog reingeknallt. Damit wir nicht merken, dass wir unsicher sind. Damit wir nicht merken, dass wir einsam sind! Damit wir einfach gar nix mehr merken! Boooaahh geil ein Like!!!!

Schritt für Schritt betäuben wir uns.

Ich hab in meinem Leben viele „Betäubungsmittel“ genommen. Aber keines ist so sinnlos und gleichzeitig so schädlich wie dieses sinnlose Internetsuchten. Da geh ich lieber Feiern und bin dann erst mal zwei Tage krank. Da habe ich echt mehr davon. Eine richtige physische Erfahrung ist das.

Es gibt Studien darüber, dass mit jedem aufblinken deines Chatsymbols in Facebook ein winzig kleiner Dopamin-Ausstoß in deinem Gehirn stattfindet. Was für eine beschissene Konditionierung ist das denn? Da hole ich mir lieber einen Dopamin-Ausstoß in einem Berliner Club! Da bin ich mit echten Menschen zusammen.

Um ehrlich zu sein, ich baller mich nicht mehr in Berliner Clubs weg. Auch nicht in Darmstädtern. Ich bin auch keiner von denen, die endlos vor ihrem Smartphone absuchten. Aber ich merke trotzdem wie der ganze Cyberspace einen deutlichen Effekt auf mich hat. Irgendwie ist selbst nach nur einer Stunde wegdriften im Internet die Welt ein bisschen nebliger geworden.

Und wenn ich dann S-Bahn fahre stelle ich fest, dass plötzlich zwei Menschen über sechzig spontan anfangen ein Gespräch zu führen. Das sind wahrscheinlich die einzigen beiden Kackvögel in dieser S-Bahn die kein Smartphone haben.

Ich will hier gar nicht den Moralapostel raushängen lassen. Ich will auch nicht in einer Welt ohne Internet leben! Aber ich werde mir ab heute ein Versprechen geben. Mit jedem verdammten Blick auf mein Smartphone frage ich, ob die ganze Sache jetzt Sinn macht! Und wenn Nein, dann hacke ich mir lieber die Hand ab. Oder pack mir mal ordentlich an den Sack mit ihr. Hauptsache ich mache irgendetwas sinnvolles mit meiner Hand!

Die Sache ist nämlich die. Nachdem dieser kleine Moment der Unsicherheit und des Zweifels überwunden ist, kann das Leben los gehen! Klar ist es erst ein bisschen unangenehm, wenn man den Nachbar einfach mal fragt ob man mitspielen kann. Der könnte ja Nein sagen. Macht er aber meistens eh nicht. Dem geht es nämlich genau so. Der würde gern irgendwie irgendwas, weis aber noch nicht so genau wie. Und sein verdammtes Smartphone juckt ihm schon in den Fingern. Da ist es nämlich nicht so schwer einen sinnlosen Smiley rüber zu schicken. An irgendjemand der sowieso ganz weit weg ist.

Dafür ist der Dopamin Ausstoß, aber eben auch ziemlich armselig!

Ich will diesen Artikel nicht so deprimierend enden lassen, aber ich mache jetzt diesen verfickten Rechner aus und pack meinem Nachbarn an den Sack!

Auf Wiedersehen!

David

Danke für das Bild! Alle rechte liegen bei dem Typ, bei dem die Rechte liegen!

ps. Alle Schimpfworte die du im Text findest, lässt du bitte da wo sie sind!

Facebooktwitterpinterestlinkedin

Schreib als Erster einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.