Die Kunst ein Chamäleon zu sein!

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Manchmal komm ich mir vor wie ein Chamaleon. Meine Gesichter wechseln wie Menschen um mich herum. Wie die Jahreszeiten. Warum ist es eigentlich so kompliziert einfach man selbst zu sein? Klar, auf mein Umfeld wirke ich in der Regel wie einer, der sein eigenes Ding macht und weiß was er will. Irgendwie stimmt das auch, aber trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass die ganze Sache nicht so einfach ist, wie sie scheint.

Angenommen ein Kumpel ruft an. Er studiert irgendetwas technisches, schwanzdominiertes. Zum Beispiel Maschinenbau. Oder BWL! Er ruft mich gerade in einem Moment an, wo ich mich gerade mit irgendeinem abgefahrenen Outsiderkram beschäftige. Vielleicht lese ich gerade ein Buch über vedische Astrologie, koche mir einen Tee mit brasilianischem Ginseng oder ich habe im Internet nach UFOs gesucht. Wahrscheinlich weiche ich der Frage, „was ich denn gerade so mache“, mit einer allgemeinen Antwort aus. „Jaaa ich recherchiere gerade was im Internet“ kommt mir dann über die Lippen. Und genau in dem Moment weiß ich, dass ich mich gerade selbst betrogen habe.

Die Sache ist im Prinzip eigentlich ganz einfach. Wir alle sind verschieden. Der eine repariert gerne alte Motoräder und der andere studiert gern die Inschriften der Mayas! Es ist ja nicht so, dass ich irgendwas gegen Motoräder und Öl und so weiter habe. Es gibt für mich auch nichts befriedigenderes als körperliche Arbeit. Steine zu schleppen! Löcher zu graben! Mauern zu betonieren! Ich putze sogar gerne meine Wohnung! Das entspannt mich! Hauptsache ich bin in Bewegung,  ich schwitze,  fühle meine Muskeln und sehe ein Ergebnis hinterher. Aber ich hab mir verdammt nochmal noch nie ein Buch über Zweittakter oder Sechsgang-Getriebe angeschaut.

Also warum verstecke ich mich dann manchmal, wenn es drauf ankommt! Warum ist zu sich selbst stehen manchmal schwer? Ich vermute einfach mal, dass das nicht nur mir so geht.

Vom Chamäleon, das zu sich selbst stehen will!

Die meisten von uns haben doch viel mehr Facetten als sie nach außen hin zeigen. Jeder hat doch irgendwelche kleinen Geheimnise! Jeder von uns hat Seiten die er gerne von sich zeigt und Seiten die er nicht so gerne zeigt. Keiner ist so einfach wie er tut. Selbst der motorradfahrende Maschinenbauer, der gerne Fußball schaut, liebt es vielleicht seine Freunde zu bekochen und zu umsorgen! Vielleicht hat er noch eine mütterliche Seite die sich wünscht, dass alle seine Gäste satt und zufrieden sind und sich wohl bei ihm fühlen!

Und der coole freiheitsliebende Weltenbummler, der seine Freiheit immer über alles gestellt hat, zwanzig Länder bereist hat, kann es vielleicht nicht ertragen, wenn der Haussegen schief hängt. Streit mit seiner Familie und seinen Freunden machen im schwer zu schaffen und er grübelt Tage lang was er nächstes mal machen müsste um das zu verhindern. Es kratzt vielleicht sogar an seinem Selbstwert, wenn er Streit mit anderen hat. Vielleicht ist er ein bisschen Harmoniesüchtig. Aber er sagt es keinem! Er geht lieber nach Indien!

Dann wäre da noch die kleine Angelina in der siebten Klasse, die sich gerade Zöpfe mit ihren Freundinen flechtet, aber viel lieber mit den Jungs mal Scheiben einwerfen würde 😀

Ich glaube die Sache ist folgende. Wir Menschen wünschen uns einfach eine Herde zu der wir gehören können. Eine Gruppe von Menschen zu denen wir sagen können, schau her das bin ich. Ich bin einer von euch. Das scheint es dann einfacher für alle Beteiligten zu machen. Und ich glaube manchmal ist es sogar notwendig die Sache einfacher zu machen. Aber jedesmal wenn wir nur so tun als ob und uns verstecken, bleibt ein leeres Gefühl zurück.

Irgendwann gewöhnen wir uns dann daran. Die Stimme in uns, die uns daran erinnert wer wir sind, wird mit den Jahren immer leiser. Und das Gefühl der Leere wird immer größer. Ich glaube fest, dass wenn man einen anderen Menschen trifft, sofort sieht wie gut er noch mit dieser Stimme in Kontakt steht. Man sieht es sofort. Manchmal macht es uns Angst und manchmal bewundern wir es. Manchmal versuchen wir auch seine innere Stimme zum Schweigen zu bringen, weil wir unsere eigene nicht hören wollen!

Irgendwie will ich diesen Artikel nicht in so einem depressien Loch versinken lassen, denn ich bin gut drauf gerade 😀

Daher!

Die Moral von der Geschicht:

Höre auf einfach auf dich selbst,

auch wenn die anderen NICHT 😀

Ciao

David

 

thx for the picture!

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